Ein weiteres Entgiftungs- oder Ausleitungsverfahren (neben dem Aderlass) ist das Schröpfen. Dabei wird im Körper die mit Schlackenstoffen beladene Lymphflüssigkeit gereinigt. Als erwünschte Nebenwirkung wird der Lymphfluss und die Neubildung von Lymphflüssigkeit angeregt. Beim Schröpfen wird in einem Glas mittels Feuer ein Vakuum erzeugt, das auf die vorher eingeritzten Hautstellen aufgesetzt wird. Dadurch werden schädliche Schleimstoffe aus dem Gewebe an die Hautoberfläche ausgeführt und spezielle Körperregionen dadurch entlastet. Es gibt verschiedene Arten des Schröpfens, sowohl blutig als auch unblutiges Schröpfen. Hildegard schreibt:
„Schröpfen ist zu jeder Zeit gut und nützlich, damit die schädlichen Säfte und Schleime, die sich im Menschen befinden, vermindert werden. Diese Schleime sitzen zum größten Teil zwischen Haut und Fleisch und sind dem Menschen besonders nachteilig.“
Das heißt, wie beim Aderlass Schleimund Giftstoffe aus den Adern entfernt werden, werden beim Schröpfen die Schleime mit Stoffwechselschlacken aus dem Gewebe entfernt.